Auf dem Dorf ist die Welt noch in Ordnung | Christina Baier

Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung… oder ..

Auf dem Dorf ist die Welt noch in Ordnung?

Das stimmt SO natürlich auch nicht uneingeschränkt. (Ich habe hier schon einen Zwingerhund gesehen, der mich jetzt schon wieder nicht los lässt… ) Aber gedacht habe ich es dennoch schon ein paar Mal. ⠀

Während mich täglich Nachrichten aus Deutschland erreichen, über weiterhin steigende Infektions-Zahlen, Kollegen in Quarantäne, leergeräumte Klopapier- und Nudelregale (echt jetzt ?), ich auf FB das Revival der Sinnlosdiskussionen gegen Maskenpflicht lese (JOOO. Volle Bewertung on. Take it. I am fucking HUMAN!) weil ja Maulkorb und schwere Traumatisierung von Schulkindern (sind wir da immer noch nicht drüber weg?) …⠀

kommt mir das alles von hier aus betrachtet gerade sehr surreal vor.⠀

Mitten auf einem kroatischen Dorf, zwischen Hühnern und Treckern, modernisierten Landhäusern und verfallenen Ruinen, mit Blick auf Olivenbäume und den Velebit von meiner Terasse aus und dem Blick auf volle Regale vom Supermarkteingang aus… erscheint all das wie Nachrichten aus einer anderen Welt.

Und natürlich ist Corona auch hier ein Thema.

Masken sind allgegenwärtig. Die Medien berichten, die Leute diskutieren und mittlerweile kennt auch fast jeder jemanden, der leicht erkrankt war und jemanden der gestorben ist.

Und doch… HIER… auf’m kroatischen Dorf fühlt sich all das dennoch anders an.

Ist man in Krisenzeiten nicht immer schon „auf’s Land geflüchtet“, wenn man konnte? ⠀

Der Vergleich mag vielleicht etwas krass daher kommen, aber the vibes, die gerade kollektiv umgehen, legen ihn irgendwie doch nahe.⠀

Wir werden nicht ewig hier bleiben. ⠀

Samstag fliegen wir zurück. (Sofern der Flug geht) … zurück in einen der Corona Hotspots in NRW. ⠀

Und wie schnell wir wieder hierher kommen können… who knows. ⠀

Ja, wir haben uns das Leben SO kreiert, dass wir 2 Lebensmittelpunkte haben. Pendeln können, wann wir wollen. ⠀

Und niemals hätte ich geglaubt, dass äußere Umstände dieser Art das Leben, wie wir es kannten, einschränken könnten.⠀

Naiv. Auf eine Art. ⠀

Aber wir gehören nunmal DER Generation an, die kollektiv noch nie auf die Fresse bekommen haben.⠀

Was immer hilft, finde ich, ⠀

ist sich aus allem heraus zu zoomen. ⠀

Bei all der Bedeutsamkeit, die das einzelne Leben hat… ist es im Laufe der Jahrhunderte betrachtet auch einfach nur ein winziger Wimpernschlag. ⠀

Unser Leben ein sehr, sehr kurzer Ausschlag auf dem Radar der ewigen Zeit.⠀

Ein Blick auf die Ruine macht es schnell deutlich. Alter Glanz, längst vergangen. ⠀

Morbide Schönheit irgendwie und die Natur holt sich den Raum längst zurück. ⠀

Was dieses Haus wohl alles gesehen hat? ⠀

Krieg. Soviel ist sicher. ⠀

Hier in diesem kroatischen Dorf.⠀

Aber auch Liebe und Hoffnung.⠀

Da bin ich auch sicher.⠀

Wer scheißt sich um Klopapier (sorry, der musste sein) und hamstert es again, wenn es zum einen nur „the blink of an eye ist… Und erst recht, wenn andere gerade ganz andere Sorgen haben. Die einen um ihr physisches Leben kämpfen und andere um ihre finanzielle Existenz? ⠀

Mich lehrt diese Woche (wieder mal) eins…⠀

1. Jeden Morgen die bewusste Entscheidung zu treffen, worauf ich meine Energie richten will. ⠀

2. Mich in jedem Augenblick daran zu erinnern, dass ich der Gestalter meines eigenen Lebens bin. Und dass ich als solcher in der vollen Verantwortung stehe für das, was ich aus dem „Rohmaterial“ des Lebens für mich kreiere. Egal, was gerade kollektiv im Außen auf der Agenda steht.⠀

3. Mir ein eigenes Care für Deutschland zu packen und zur Post zu bringen, bevor wir zurück fliegen.⠀

Because… Scheiss auf Klopapier. Aber ich hörte, der Kaffee war in 2 Supermärkten aus. ⠀

Und da, Freunde der Sonne, hört der Spaß für mich auf.⠀

Feurige Grüße vom Kamin.

Und außerdem?⠀

Folge der Freude und vergiss nicht…⠀

Life is too short to be boring.⠀

Love,⠀

C.