Der Tritt in die Eierstöcke | Christina Baier

Wir können gender*sternen bis wir blaue Punkte sehen, über body positivity schreiben bis uns die Finger bluten, Sisterhood zelebrieren, als hätten wir sie in diesem Jahrzehnt überhaupt erst erfunden, das Weibliche als Prinzip zum Prinzip erheben und gegen das Patriarchat und männliche normative Deutungshoheiten in’s Feld ziehen…. ach nee… in’s Feld ziehen tun wir ja nicht (mehr), ist so „unweiblich“ …

Mag alles Sinn machen, manches mehr, anderes weniger….

Für mich persönlich wäre ja DANN was gewonnen, wenn wir irgendwann mal von „allgemeiner weibliche Toleranz über die eigene subjektive Meinung hinaus“ sprechen könnten.

Zugegeben….Frauen schicken Frauen keine d*** pics. Liegt jedoch auch in der Natur der Sache.
Aber Frauen dissen Frauen. Und ich würde behaupten, dass mehr Angriffe auf das äußere Erscheinungsbild und Verhalten von Frauen durch andere Frauen passieren…. als durch Männer.

Zumindest sind es ganz sicher nicht weniger.
Explizit und implizit.
Also die Angriffe.
But why?

Das geht von Neid und Unsicherheit bis hin zur Überzeugung, die eigene Definition von „weiblich“ hätte Allgemeingültigkeit, das eigene Empfinden von „schön“ sei sowas wie normativ und wenn das noch mit Moralvorstellungen abgeschmeckt wird, dann wird’s richtig nice.

Ich habe Kolleginnen, die als viel zu freizügig, ordinär und billig betitelt werden.
Von Frauen.
Manchmal offen.
Manchmal hinter vorgehaltener Hand.

Ich habe Kolleginnen, die von „weiblicher Art“ Business zu machen sprechen… und dabei zu vergessen scheinen, dass sie dabei mit Zuschreibungen arbeiten. Ich kenne Mütter, die Rosa, Glitzer und Barbie jahrelang von ihren Töchtern ferngehalten haben… aus ideoligischen Gründen und nicht aufgrund von Geschmacksfragen… und die seit der Pubertät derselben ihrem persönlichen optischen Albtraum gegenüber sitzen (Abgrenzung und Nachholbedarf lässt grüßen).

Ich lese von „In Würde altern“ … und frag mich,
warum Botox bei sowas
offenbar ausgeschlossen scheint.

Ich habe in meinem Kuriositätenfundus die Email einer Frau, die mich als „Frisöse auf Speed“ bezeichnet (und das war noch das Netteste) und wenn ich meinen Look mal wieder ändere, kann ich sicher sein, es gibt neben Komplimenten immer auch die eine oder andere Stichelei online.

Die gibt es *nie* von Männern.
Guck an.

Ich habe in meinem Leben schon fast jede Haarfarbe und Frisur gehabt. Ich trage von sportlich bis Glamour jeden Look.
In der Regel eher Stimmungs- als Anlassbezogen.
Ich schaffe es in Sneakers in die Oper
und auf Heels zur Mülltonne.

Because why not und just because.
Ich erscheine online komplett von gestylt und im vollen Ornat bis ungeschminkt und nassgeregnet.
Because why not und just because.

Meine Fotos sind ungefiltert bis bearbeitet.
Im Moment sind sie oft schwarz weiß …
also per se bearbeitet. #achnee

Weil ich’s voll mag #blacknwhite

Allein diese Woche hat mir das 3 ! Kommentare
auf 2 Plattformen eingebracht.
Von Frauen.
And I give a shit … wer da was drüber denkt #sorrynotsorry

Mit folgen auf Social Media insgesamt etwa
35 Tausend Menschen.
Ich habe eine wöchentliche Reichweite in der Spitze von 80 Tausend.
Irgendwer denkt immer irgendwas.

Was ich meinen Klienten weitergebe, die manchmal mit Sorge hinsichtlich großer Reichweite und Angst vor Ablehnung und Kritik zu mir kommen, ist meine persönliche Grundüberzeugung… : „Du bist kein fucking Nudelgericht. Also schmeckst du auch nicht jedem“.

Und wer würde das auch ERNSTHAFT wollen?

Ich nicht.
Ich polarisiere.
Meist mehr durch meine Texte.
Aber man (Frau) kann sich an mir
auch gut anders abarbeiten.

Bitte.
Gerne.
Das da unten bin ich.
Geschminkt.

Weil ich heute – im Homeoffice – Bock drauf hatte.
Im Adidas Hoodie zu Smokey Eyes.
Weil mir nach Casual Klamotten war.
Mit eindeutig grauem Haaransatz, weil ich seit Wochen zu faul bin, mir den Ansatz zu färben.
Ohne Extensions – weil meine Haare nur einmal eine Schere gesehen haben in den letzten 11 Monaten und echt lang geworden sind.
Ohne Wimpernverlängerung seit 1 Jahr… weil das mit Cöröna grad plöd ist und ich hasse die Dinger zum Ankleben.
Einmal ungefiltert…
und einmal bearbeitet…
Extra…
Und im schönen Vergleich überblendet,
für alle, die das interessiert.
Und sollte ich eines Tages auf die Idee kommen,
mir Botox in die Stirne tackern lassen zu wollen…. würde ich es tun.

Mit Wonne und Würde….
und garantiert ohne zuvor auf Social Media
dazu eine Meinungsumfrage zu starten.
This is me.
All of it.

Period.

The End.

Und außerdem?

Folge der Freude und vergiss nicht…

Life is too short to be boring!

Love,

C.