Der weibliche Anspruch auf Erfolg | Christina Baier

Wusstest du, dass Queen ursprünglich “Frau des Königs” meinte und es kein Titel mit eigenem Herrschaftsanspruch war? Bis die erste Königin ihr Geburtsrecht auf den englischen Thron in den 1130-er Jahren im Kampf durchsetzte.
Englands erste Queen mit Regentschaft war Matilda.

Vor ihr hatte es niemals einen weiblichen Thronfolger gegeben (denn es gab immer auch einen männlichen Erben, die in der Rangfolge bevorzugt wurden) aber es gab auch keine Regel, die Frauen die Thronfolge explizit verboten hätte.

Für Matilda, die von ihrem 8. Lebensjahr an durch eine Heirat Kaiserin des römisch-deutschen Reiches war, war ihr Anspruch auf den englischen Thron und die Regentschaft als Tochter von Heinrich I. nicht verhandelbar. Ebensowenig legte sie den Titel der Kaiserin nach dem Tod ihres Mannes ab.

Für den männlichen Adel war ihr Anspruch alles andere als unverhandelbar.
Und so nahm Matilda als erste Frau in der englischen Geschichte den Kampf um den Thron und ihre Herrschaft auf.

1141 wurde sie tatsächlich zur ersten weiblichen Regentin Englands. Die erste Frau mit eigenem Herrschaftsanspruch.
Nur für wenige Monate.
Und sie wurde nicht gekrönt.
Doch sie hatte für ihren Anspruch gekämpft und ihn durchgesetzt.

Die englische Krone zählt vor Queen Elizabeth 6 weibliche Regentinnen.

Die Geschichte bezeichnet sie auch als She-Wolves. Und meint es ganz und gar nicht als Kompliment, sondern abwertend.
Frauen, die ihren Anspruch erkämpfen “wie ein Mann” wurden abgewertet – und werden es auch heute.

Ja, heute feiern wir (erfreulicherweise) die Stärkung des weiblichen Prinzips, Yin, female divine …. name it, in der Durchsetzung von Interessen.

Doch liegt in der Ausschließlichkeit, mit der das weibliche Prinzip erhoben wird, wiederum die Ab-Wertung und Brandmarkung von Frauen als “unweiblich”, die beide Prinzipien leben.
Und dabei ist es seit Anbeginn so gemeint.
Yin und Yang.
In jedem Menschen angelegt.

Der weibliche Anspruch auf Macht und Einfluss ist noch immer kein unverhandelbarer. Nicht über jeden Zweifel erhaben. Und die Idee, als Frau bescheiden sein zu müssen und weniger wert zu sein, ist im kollektiven Gedächtnis nicht ausgelöscht. Und bildet sich auch 2020 in der Realität noch ab.
Die Vorstellung, sich nur “des Weiblichen” zu bedienen, um als Frau erfolgreich zu sein, ist nicht nur eindimensional sondern auch stereotypisierend.
Die Erinnerung daran, dass du die Kraft hast, Schlachten AUCH im Kampf zu schlagen, wenn nötig, ist eine stärkende.
Auch das ist #femaleempowerment
Wähle bewusst und weise.
Mache dir das weibliche UND das männliche Prinzip zunutze.
Sei eine She-Wolve, wenn nötig UND
zelebriere das weibliche.
Frau-Sein sein darf nie wieder bedeuten,
sich auf eine Rolle,
ein eindimensionales Klischee,
eine enge Schublade,
ein bestimmtes Prinzip reduzieren zu lassen,
um die Vorstellungen anderer zu erfüllen,
darüber, wie Frau zu sein hat.
Dazu gehört weder die Ab- noch die Aufwertung dessen,
was als “weiblich” mal gebrandmarkt und mal gefeiert wird.
Die Queen vereint als weiblicher Archetyp beide Prinzipien.
Eins mache dir bewusst,
bis in die kleinste Zelle:
Gib niemals deinen Anspruch auf den Thron auf.
Niemals dein Recht auf Macht und Einfluss.
Was du für dich sehen kannst, kannst du sein, haben und tun. Was nicht bedeutet, dass du es jemals wirst.
Es sei denn du machst es nicht verhandelbar.
You`ve got this!
Und vergiss nicht,
Life is too short to be boring!
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Christina