Kompromisse sind Gift | Christina Baier
Kompromisse sind Gift. Und ich rede jetzt nicht von faulen Kompromissen. Die, die kilometerweit gegen den Wind stinken und bei denen dir schon vorher klar sein müsste, dürfte, sollte – und seien wir ehrlich – bei denen dir schon vorher klar ist, dass dir die Scheiße von vorne in den Ventilator fliegen wird.

Ich rede von all den anderen Kompromissen. Den lauwarmen. Wachsweichen. Den Zugeständnissen. Dem… ich bewege mich 3 Meter auf dich zu und du dich 3 Meter auf mich zu, ich gebe hier was ab, dafür gibst du dort was ab. Dem, ich lasse hier nach und gebe dort zu – und dafür gibst du da nach und hierfür mehr.

Dabei gelten Kompromisse gemeinhein als Ausdruck zivilisierten, erwachsenen Miteinanders. Man spricht von “guten Kompromissen” und faulen Kompromissen.

Lass mich diese Überzeugung mal auf den Kopf drehen – und ich glaube, den einen oder anderen stresst – und stretcht das jetzt gewaltig.

Es gibt keine guten Kompromisse. Was soll das sein? 

Was ist gut daran: Eine Situation, in der beide Seiten gleichmäßig verlieren. Beide Abstriche machen von ihren Erwartungen, Bedürfnissen, Ansprüchen etc.

Und dann wird das ganze als win-win Situation reframt. Ernsthaft jetzt? Denk mal einen Moment ernsthaft darüber nach.

Ein Kompromiss ist ein Modell aus der Haltung des “Man kann eben nicht alles haben” heraus. “Man muss auch mal zurück stecken können”.

Als kompromisslos zu gelten wird kontextabhängig positiv oder negativ gesehen. Positiv meist nur dann, wenn jemand Wertvorstellungen vertritt, die von der Mehrheit vertreten werden und wenn es einem “höheren Ziel” dient, kompromisslos zu bleiben.

Für sich selber kompromisslos aufzutreten wird nicht besonders positiv bewertet. Das gilt eher als asozial. Oder egoistisch.

Schon interessant, oder?

Ich habe lange gedacht, Kompromisse zu erzielen sei etwas erstrebenswertes. Und als kompromissbereit zu gelten ‘ne gute Sache.

Heute denke ich das nicht mehr. Ich suche keine Kompromisse mehr in Situationen, in denen ich kein 100% JA haben kann.

Ich gebe mich mit weniger als optimal nicht mehr zufrieden.

Denn es kommt auf Sicht betrachtet niemals was wirklich gutes dabei raus.

Bedeutet das praktisch-faktisch, dass ich mit dem Kopf durch die Wand knalle, fortwährend Porzellan zerschlage und nach mkr die Sinnflut walten lasse?

Nein – ganz und gar nicht. 

Es bedeutet schlicht, dass ich nur noch ja sage, wenn es ein 100% JA ist. Ein Kompromiss ist fast immer 100% minus x% Ein Kompromiss ist viel zu häufig vor allem eins: ein geduldeter Abstrich.

Und wenn ich nicht für mich alleine agieren und entscheiden kann – sondern mit anderen Menschen eine gemeinsame Entscheidung zu treffen habe – dann suche ich nicht den Kompromiss aus A und B. Für mich sind A und B gleichermaßen tot.

Das wonach ich suche in solchen Situationen ist … etwas gänzlich Neues. Also die Option C. Oder D. Oder E. 

Eine ganz und gar neue Lösung, neben A und B, zu der alle Beteiligten 100% JA sagen können.

Und der Anspruch an C oder D oder E (to be continued) ist, dass es viel besser ist, als A oder B es waren.

Und vor allem – VIEL besser als es ein Kompromiss aus A und B hätte jemals werden können.

2 mal 50% macht eben nicht immer 100%?

Wie kompromissbereit bist DU? Und hast du schon mal darüber nachgedacht, dass man das mit den “tollen Kompromissen” auch anders sehen könnte?

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