Über glasklare Visionen | Christina Baier
Wir haben ja alle riesen große Visionen.
Also… eine Vision.
Zumindest. Mal.
Oder?
Nicht?!

Wir sind quasi alle wie
Elon Musk.
Oder Steve Jobs.
Oder Marie Curie.
Oder Hildegard von Bingen.
Oder Vivienne Westwood.
Oder…

Glasklare Visionäre.
Oder?
Nicht?!

Ich melde Zweifel an.
Und behaupte, wir sprechen stets und ständig von Visionen und meinen und beschreiben dabei meistens Ziele.
Auch große Ziele.

Besonders schön zu beobachten im Businesskontext.
Große Konzerne und kleinere Mittelständler formulieren Vision und Mission Statements. Und leiten daraus dann ihre Strategie ab. (best case).
Politiker tun das auch.
Und manchmal tun sie es nicht.
Das ist dann ein anderes Thema.
Ganz dünnes Eis, Frau Baier.
Schnell zurück zu Lück.
Ziele also.

Nice. Don`t get me wrong.
Ist nicht verkehrt, ein Ziel zu haben,
Ob für große oder kleinere Tanker.
Macht sich besser, als wenn alle in verschiedene Richtungen ziehen.
So ein Vision Statement und Mission Statement verhindert aber auch nicht zwangsläufig, dass alle in verschiedene Richtungen ziehen.
Das ist dann ein anderes Thema.
Ganz dünnes Eis, Frau Baier.
Schnell zurück zu Lück.
Again.
Ok. Ziele also.

Wir sprechen also von Vision und meinen ziemlich häufig ein Ziel.
Aber verdient jedes Ziel, selbst wenn es groß ist, das Prädikat „visionär“?
Den Unterschied zwischen Vision und Ziel habe ich das erste Mal mit Ende 20 lernen dürfen. Von einem meiner ehemaligen Chefs,
mit dem ich das Glück hatte, arbeiten zu dürfen,
kurz vor seinem Ruhestand.
Personalchef eines Großkonzerns.
Psychologe alter Schule. Alter Hase.
Dem machte niemand etwas vor.

Ich würde ja gerne mehr über diese Zeit und die Insights erzählen,
aber dann ließen sich ggf. Rückschlüsse ziehen – und mit der Floskel „Ähnlichkeiten zu lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt“ käme ich dann nicht mehr durch.

Was ich aber sagen kann ist dies:
In Teilen unserer Gesellschaft hat man eine Vision zu haben.
Das gilt für Führungskräfte der Wirtschaft und Politiker (Leadership – aha!) genauso wie für Unternehmer und spirituell bewusste Menschen, egal welchen Beruf sie ausüben.
Auf die Frage „Haben Sie eine Vision“ mit Nein zu antworten macht da ungefähr genauso viel Freude und so viel her, wie die Frage nach Kindern in deinen späten 30-igern zu verneinen.

Kommt nicht gut.
Kommt nicht gut an.
Und außerdem bist du dann draußen.
Draußen ist, wenn du nicht drinnen bist.
Solange bis du draußen zum neuen drinnen machst.
You get the point?

Ich mach`s mal kurz (… ja, als ob )
Wenn es dazugehört, eine Vision zu haben,
dann macht es Druck, wenn du keine hast.
Insbesondere dann, wenn alle anderen behaupten,
sie hätten eine Vision.
Es gibt übrigens eine (S)Hit-Liste.
Die ist nicht offiziell.
Also ich hab das nicht statistisch erhoben.
Aber ich arbeite seit über 2 Jahrzehnten mit Führungskräften, Unternehmern und Künstlern und das sind gelebte Erfahrungswerte.
Weißt du, was auf Platz 2 der (un-)beliebtesten Fragen steht?
Nein, nicht die K-Frage.
K wie Kinder, nicht wie Kanzler. Ist klar, oder?
Obwohl…

Ich schweife schon wieder ab
Also, an Platz 2 steht die Frage nach deinem… WAROMMM.
Know your why, darling. Du weißt schon.
Hat ungefähr die gleiche Sprengkraft wie die Sache mit der Vision.
Kennst du dein Warum nicht… bist du so gut wie tot.
Ich mein, wo willste denn auch hin, so ganz ohne Warum?
Damit manifestierst du nicht mal einen kleinen Tomatensalat ohne Tomaten.
Deshalb kennen alle ihr Warum
Für Frauen, selbst für extrem erfolgreiche Unternehmerinnen, sind es gerne auch mal ihre Kinder.

Ja. Nein, Schatz.
Die sind dein WOFÜR.
D’accord.
Aber bitte… Don`t make it about them.
Deine Kinder sind nicht dein Wunscherfüllungsgehilfe und Sinnstifter.
Sie sind ihr eigener Mensch.
Und ihr eigenes Warum.
Und ihr eigener Sinn.
Nicht DEIN Warum.

Go and do the hard work, lovely.

Oder tu sie meinetwegen auch nicht an der Stelle.
Die Frage nach dem Warum wird vollkommen überbewertet.
Ein Wofür zu haben ist auch schon ganz fantastisch.
Und eins können wir mit Sicherheit sagen…
Wenn erfolgreiche Unternehmerinnen ihre Kinder für ihr „Warum“ halten, dann belegt das eins… Du kannst verdammt weit kommen, ohne dein Warum zu kennen.

(S)Hit-Listenplatz Nummero 3…
Kennst du deine Nische und Positionierung?
Ach, darüber reden wir einfach ein anderes Mal.
Sonst nimmt dieses Posting niemals ein Ende.
Oder ich schreib einfach gleich im Anschluss das Kapitel für das Buch von Eva Reich, welches ich als Co-Autorin beisteuern darf Titel meines Kapitels: Schxxx auf Nische und Positionierung.
Wundert dich jetzt nicht, oder?

Dachte ich mir.
I leave you with a lot of open questions.
1) Ob man ohne Vision die Welt verändern kann?
2) Ob man ohne Vision sich selbst verändern kann?
3) Ob die Tatsache, dass man seine Vision nicht (in allen Details) kennt bedeutet, überhaupt bedeutet, dass man keine Vision hat?
4) Ob es so etwas wie visionslose Visionen gibt?
5) Wie man einen Tomatensalat ohne Tomaten manifestiert
Wir räumen das ab. Versprochen.

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Love,
C.