Über neue Routinen und Sternenüberfluss | Christina Baier

Kroatien im September 2020. Eine solche Ruhe, wie ich sie vor 18 Jahren das letzte Mal hier erlebt habe. Wenn überhaupt!

Dieses Jahr ist anders. Normal ist neu definiert. Und wie rasch wir uns an Veränderungen gewöhnen fällt mir auf, seit ich wieder hier bin. Und meinen kroatischen Alltag wieder habe.

Plötzlich ist erneut der Alltag neu.

Anders.

Gewohnte Routinen, an deren Veränderung ich mich in Deutschland längst gewöhnt habe…. hier durchlaufen wir die Anpassung an das „Neue Normal“ (hat übrigens Potential, mein Unwort des Jahres zu werden) erneut.

Die Corona Krise in einem Land, in dem der größte Teil der Bevölkerung aus eigenem Erleben weiß, was Krieg bedeutet. Weil sie ihn erlebt haben.

Einen Krieg mitten in Europa. Etwas, was wir im Kollektiv längst vergessen haben, weil es weit außerhalb unserer Vorstellungskraft liegt. Und uns Resteuropäer so wenig betroffen hat.

Wie schnell und unvorbereitet sich für die Gemeinschaft UND den einzelnen die Welt ändern kann… davon beginnen wir 2020 eine Ahnung zu bekommen.

Mir scheint, die Mehrheit der Kroaten geht tendenziell etwas gelassener mit der Situation um, als ich es in Deutschland beobachte. Weniger panisch, was die Unvorhersehbarkeit, den ungewissen Ausgang und Uneindeutigkeit mancher Verluste dieses Jahres angeht.

Und damit meine ich nicht konkrete finziellen Verluste, sondern zerschlagene Hoffnungen und Pläne, so wie jeder sie für dieses Jahr hatte.

Während bei uns viele schlicht daran GLAUBEN müssen, dass es nach einer kollektiven Krise wieder aufwärts geht… WISSEN sie es hier.

Hmm…. macht das irgendwie Sinn?

Keine Ahnung.

Muss es auch nicht.

Nachtgedanken vom Boot.

Bei denen ich es jetzt belasse.

Ob ich den Post überhaupt hoch geladen bekomme, weiß ich nicht. Das Netz auf Kornati ist dünn.

Und ich… muss jetzt Sterne gucken.

Der Himmel bietet Sternenüberfluss.

Und Sternschnuppenregen überall.

In diesem Sinne…

Wünscht Euch was!

Laku noć.

C.